Stallmästaregården Damals und heute
1638: Nicht alle sogenannten „unehelichen“ Kinder des 17. Jahrhunderts konnten einer hellen und sicheren Zukunft entgegensehen. Einem jedoch erging es recht gut: dem illegitimen Sohn König Karls IX., dem Reichsadmiral Karl Karlsson Gyllenhielm. In den 1620er Jahren war es ihm durch verschiedene Käufe, Tauschgeschäfte und Lehen gelungen, unter anderem Eigentümer von drei Dörfern im Kirchspiel Solna zu werden. Für sich selbst baute er das Schloss Karlberg am Karlbergskanal, und seinem treuen Diener, dem Stallmeister Ebbe Håkansson, schenkte er auf Lebenszeit Land und ein einstöckiges Gebäude (das sogenannte „Alte Gebäude“) in Ösby am Ufer des Brunnsviken. Dieses Haus befand sich an der Stelle des heutigen Pavillons von Königin Christina.
1645: Königin Christina unternahm oft Jagdausflüge und Ausritte in der Gegend um Brunnsviken, und als sie in diesem Jahr Stallmästaregården ihrem Gefolge Stallmästaregården vorbeikam, war sie von der Schönheit des Ortes so begeistert, dass sie beschloss, Mittsommer im Saal des Stallmeisters zu feiern. Das Gerücht darüber verbreitete sich in der Stadt, und Ebbe Håkansson (offenbar ein findiger Mann) beschloss daraufhin, ein Gasthaus zu eröffnen.
1652: Vierzehn Jahre lang genoss Ebbe Håkansson sein Anwesen, und nach seinem Tod wurde das Gasthaus in eine eher traditionelle Kneipe umgewandelt, in der Bier und Schnaps ausgeschenkt wurden. Als der nördliche Zoll 1672 an seinen heutigen Standort verlegt wurde, verbesserten sich die Geschäfte erheblich.
Um 1700 : In diesem Jahr wird der Gasthausbetrieb unterbrochen, da das „Alte Gebäude“ mittlerweile als so baufällig gilt, dass man das „Neue Gebäude“ als Flügel links vom Hauptgebäude errichten lässt. Es ist also dieses „neue Gebäude“, das heute den Hauptbau des Gasthauses bildet (im Festsaal von Königin Kristina im „alten Gebäude“ wurde stattdessen eine Brennerei eingerichtet).
1726: In diesem Jahr übernahm „Håf Färgaren Christian Sewerin“ die Pacht, und seine erste Maßnahme war der Bau einer kleinen Schankstube neben dem Zolltor (die heutigen Zollhäuser wurden 1733 errichtet), der sogenannten „Lill-Stallis“. Diese Kneipe war etwa so groß wie ein etwas größerer Kiosk, in dem vor allem Bier und Schnaps ausgeschenkt wurde, unter anderem an die Bauern, die darauf warteten, ihre Waren verzollen zu lassen.
1735: Dass Stallmästaregården noch heute so Stallmästaregården , wie sie aussieht, verdanken wir dem Falkner am Hofe Friedrichs I., Lucas Boogers. Zwar war es der Schlossbaumeister Petter Gerdes, der anfangs als Pächter fungierte, doch war es Boogers, der den Betrieb leitete. Er ließ nicht nur das östliche Gebäude (heute „Tingshuset“ genannt) als Wohnhaus für sich selbst errichten, das alte Gasthaus um ein Stockwerk aufstocken und den Parterre zwischen den Häusern anlegen, sondern auch einen Pavillon aus dem 17. Jahrhundert aus der Stadt hierher kaufen und versetzen sowie vier Linden (von denen zwei erhalten sind) davor pflanzen. Königin Kristina hat also mit dem Pavillon nichts weiter zu tun, als dass sie dem Gebäude ihren Namen gab, das an der Stelle des Hauses steht, in dem sie Mittsommer feierte. Im Jahr 1754 ließ er außerdem die erste Anzeige für das Gasthaus in den „Stockholms Posttidningar“ schalten.
1840: In diesem Jahr wurde das Lokal von Pierre Bichard übernommen, dem ehemaligen Koch von König Karl XIV. Johan und Gastwirt am Hasselbacken – bekannt für seine gebratenen Steaks (ein Stück gutes Fleisch wurde mit Butter, roten Zwiebeln, Pfeffer und Salz zubereitet und von zwei Stücken minderwertigerem Fleisch umgeben. Alles wurde gebraten, bis die äußeren Fleischstücke angebraten und das innere Stück zart waren. Preis: 1 Riksdaler). Die äußerst beliebten Pferderennen im Winter am Brunnsviken begannen ebenfalls in dieser Zeit – nicht selten endeten sie mit sogenannten „Sexor“ im Gasthaus.
1884: In einem 1815 an das Ostgebäude angebauten Festsaal tagte das Gericht von Södra Roslag bis 1906, als es ein eigenes Gebäude am Hagapark erhielt. Seitdem trägt das Haus den Namen „Tingshuset“ und wird heute für größere Feierlichkeiten und Konferenzen genutzt.
1886: Die Herstellung und der Verkauf von Schnaps waren schon immer ein wichtiger Teil des Geschäftsbetriebs; 1886 wurden 2000 Krüge (ca. 5000 Liter) ausgeschenkt, 1902 sogar 3000 Krüge (ca. 8000 Liter).
1919: Unter der Leitung von Kellermeister Martin Persson wurden zahlreiche Veränderungen vorgenommen. Neben der Neugestaltung der kleinen Räume des Gasthauses aus dem Jahr 1860 im zweiten Stock ließ er unter anderem 1924 den großen Speisesaal errichten.
1950: Als Tore Wretman in diesem Jahr Stallmästaregården übernahm, erhielt das Gasthaus weitgehend den Stil und die Gestaltung, die es bis heute beibehalten hat – das klassische Ambiente des 18. Jahrhunderts, kombiniert mit einer Küche, die auf traditionellen schwedischen Zutaten basiert – nicht selten mit einem modernen Touch.
1988: In diesem Jahr wurde Alessandro Catenacci (der unter anderem auch Eigentümer des „Operakällaren“ ist) neuer Eigentümer des Anwesens; unter seiner Leitung wurden die umfangreichsten Um- und Anbauten seit den 1740er Jahren durchgeführt. Hinter der Fassade des Tingshuset aus dem 18. Jahrhundert verbergen sich nun Lüftungsanlagen aus dem 21. Jahrhundert, neu eingerichtete Küchen und Wirtschaftsräume sowie eine frische Terrasse mit Bar zum Brunnsviken – alles, um den großen Konferenzen und Festveranstaltungen des Hauses den besten Service bieten zu können.
2000: Das wichtigste Ereignis ist die Einweihung des in diesem Jahr neu erbauten Hoteltritts – äußerlich im gleichen klassischen Stil wie das Gasthaus gehalten, im Inneren jedoch mit 49 individuell und modern eingerichteten Zimmern und Suiten.
2003: Um auf einfache Weise zu verdeutlichen, was im Stallmästaregården „heute“ und was „damals“ ist, erhielt der Speisesaal ein neues, frisches Erscheinungsbild, sowohl was die Farbgebung als auch die Einrichtung betrifft, wodurch er sich harmonisch in den neuen Hotelbereich einfügt. Das Einzige, was sich nicht geändert hat, ist die Tradition, das Beste aus Weinkeller und Küche anzubieten, wobei die Grundlage traditionelle schwedische und skandinavische Zutaten bilden – alles unter den wachsamen Augen des Hofkochs Werner Vögeli.
2012: Stallmästaregården die Ehre, Mitglied des renommierten Netzwerks „Design Hotels“ zu werden. Das Restaurant wurde Anfang 2012 neu gestaltet und mit einer modernen Einrichtung in warmen Kupfertönen ausgestattet. Das Herzstück bildet die zentral gelegene Bar, die zu langen Abenden in der Lounge einlädt. Serviert wird moderne Hausmannskost, die sowohl von Tore Wretmans traditioneller Küche als auch von neuen schwedischen Geschmacksrichtungen beeinflusst ist, wobei der Schwerpunkt auf Bio- und regionalen Produkten liegt. Auch das Tingshuset mit seinen schönen Salons wurde 2012 renoviert.





